Biostation Düren: Biologische Station im Kreis Düren e.V.

Biber: Des Molchs bester Freund

Diplomarbeit zeigt: Biberteiche fördern die Artenvielfalt

Kathrin Weinberg und Lutz Dalbeck bei der Untersuchung an den Biberteichen
Bei der Arbeit: Kathrin Weinberg und Lutz Dalbeck

Der Biber gestaltet wie keine zweite Tierart seinen Lebensraum nach eigenen Bedürfnissen und hat das bis zu seiner Ausrottung im 18. Jahrhundert in der Eifel über Jahrhunderttausende getan. Schon vor ca. 600.000 Jahren lebten nachweislich Biber in der Eifel und damit lange vor dem modernen Menschen.

Etwa 200 Jahre lang war der fleißige Baumeister aus fast ganz Europa verschwunden und damit auch das Wissen um die Auswirkungen der Landschaftsveränderungen durch Biber auf die Tier- und Pflanzenwelt

Der Biberteich: neues altes Landschaftselement

Biberdamm in der Eifel
Landschaftselement Biberdamm

Inzwischen gibt es wieder Biber in vielen Regionen Deutschlands und damit Biberteiche, Burgen und Biberwiesen – einige der beeindruckendsten in der Nordeifel im Kreis Düren. Grund genug für die Biologische Station im Kreis Düren sich in einem Kooperationsprojekt mit Schweizer Fachleuten der wissenschaftlichen Untersuchung dieser für uns neuen, in Wahrheit aber uralten Landschaftselemente am Beispiel der Auswirkungen auf Amphibien näher zu widmen. Erstaunlicherweise wird dieses Thema zwar in Nordamerika derzeit intensiv untersucht, findet jedoch in Europa bisher kaum Beachtung.

Molche in Massen

Bergmolche aus Biberteich
Bergmolche: Profiteure der Biber

Nachdem die Ergebnisse einer ersten Studie inzwischen veröffentlicht sind (als “pdf”- Datei erhältlich unter info@biostation-dueren.de) liegen nun die Ergebnisse der zweiten Untersuchung zum Thema „Biber und Amphibien“ vor: Im Rahmen ihrer Diplomarbeit hat Kathrin Weinberg die Vorkommen von Berg- und Fadenmolchen in Biberteichen untersucht. Das Ergebnis: Beide Arten profitieren ungemein von den Biberaktivitäten: In den 22 untersuchten, im Durchschnitt etwa 600m² großen Biberteichen konnten insgesamt 3.118 Berg- und 7.899 Fadenmolche gefangen werden.

Die daraus ermittelte Größe der Vorkommen beläuft sich auf insgesamt fast 6.000 Bergmolche bzw. mehr als 17.700 Fadenmolche. Ohne die Biber gäbe es dort allenfalls wenige Dutzend Tiere. Dies ist nicht nur gut für die bedrohte heimische Amphibienwelt, sondern hat auch tief greifende positive Effekte auf so anspruchsvolle Tierarten wie Iltis, Schwarzstorch und Ringelnatter.

Fazit

Biber schaffen nicht nur für Menschen faszinierende, sondern auch für den Naturschutz höchst wertvolle Flächen – und das ganz umsonst.

Weitere Informationen
Wer mehr über die Biber in der Eifel wissen will, kann gegen Zusendung eines A5 – formatigen mit 1,45 € frankierten und adressierten Umschlag die Broschüre “Mit dem Biber leben beziehen:

Biologische Station im Kreis Düren
Zerkaller Str. 5
52385 Nideggen

Die englischsprachige Veröffentlichung zur Bedeutung von Biberteichen für Amphibien können Sie hier herunterladen: Dalbeck, L., Lüscher, B. & D. Ohlhoff (2007): Beaver ponds as habitat of amphibian communities in a central European highland.– Amphibia-Reptilia 28: 493-501.

Weitere Veröffentlichungen der Biologischen Station finden Sie hier