Biostation Düren: Biologische Station im Kreis Düren e.V.

Leaderprojekt „Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen“

Das gesamte Rheinland ist seit jeher ein großes Obstanbaugebiet. Unsere Landschaft und unsere Gärten werden schon seit Jahrhunderten durch Blütenzauber im Frühjahr und reiche Fruchternten im Sommer und im Herbst bereichert. Deshalb gibt es viele Obstsorten, die nur hier vorkommen. Viele dieser Lokalen Obstsorten sind wertvoll und stehen vor dem Verschwinden; oft existieren nur noch wenige uralte Bäume. Liebhaber wissen die besondere Qualität dieser Sorten zu schätzen.
Um den Erhalt dieser regionalen Vielfalt der Obstkultur und der Kulturlandschaften bemühen sich viele Initiativen, darunter die Biologischen Stationen.

Baumwarte für die Eifeler Streuobstwiesen

Auftaktveranstaltung zum Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen
Baumpflanzung zum Projektauftakt

100.000 Euro LEADER-Förderung für die Kulturlandschaft

Innerhalb der 15 Leader Kommunen der Kreise Aachen, Düren und Euskirchen gibt es zahlreiche Streuobstwiesen, die das Erscheinungsbild der Dörfer prägen und schmücken. Die Freude an alten Kulturlandschaften spiegelt sich in zahlreich besuchten Obstbaumblütenwanderungen und Obstwiesenfesten wider.
Leider sind die meisten Streuobstwiesen nicht mehr in allerbestem Zustand und oft überaltert.

Inzwischen sind die Kenntnisse zur fachgerechten Pflege von Obstbäumen nur noch wenigen Experten bekannt. Auch ist das einst vorhandene Netzwerk aus Experten, die beim richtigen Schnitt, der geeigneten Sortenwahl für die Neupflanzung oder anderen Fragen rund um den Obstbaum halfen, kaum noch vorhanden.
Hier setzt das von der EU und den Kreisen Aachen, Düren und Euskirchen und deren Leader-Kommunen finanzierte Leader Projekt „Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen“ an.

Rund 100.000 Euro Förderung aus dem EU-Leader Schwerpunkt fließen nun in das Projekt „Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen“. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) der Leader-Region hatte die Initiative für die Förderung ausgewählt.
Michael Schulze, Projektmanager bei der Biostation Euskirchen und verantwortlich für das Gesamtprojekt: „Es ist ein Glücksfall, dass wir die Baumschulmeisterin Ursula Gerke einstellen konnten. Hiermit haben wir für das Projekt eine sehr engagierte Fachfrau gefunden, mit Praxiserfahrungen aus ihren früheren Tätigkeiten in Baumschulen und im Obstbau und hervorragenden theoretischen Kenntnissen von Obstbaumsorten und Pflege von Streuobstwiesen“.

Wiederbelebung des Baumwart-Netzwerkes
Mit verschiedenen Maßnahmen wird ein kreisübergreifendes Aktionsbündnis zum Thema Streuobst geschaffen. Bestehende Initiativen aus dem Bereich Obstbaumpflege, Vermarktung, Obstproduktion und Naturschutz werden vernetzt. Bis in die 1940iger Jahre gab es in der Eifel so genannte Baumwarte, die vor Ort in den Gemarkungen und Dörfern Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Obstwiesen waren. Die Baumwarte haben aber auch im Auftrag der Besitzer deren Bäume gepflegt. Diese Tradition soll wieder belebt werden. Über die Laufzeit des Projektes von drei Jahren wird ein Kompetenznetzwerk von Ansprechpartnern entstehen. Langfristig steht so eine wachsende Zahl von Obstbaumwarten vor Ort für Fragen rund um das Thema Streuobst zur Verfügung. Die Gruppe der fachkundigen „Spezialisten“ wird durch die von Frau Gerke innerhalb der nächsten drei Jahre durchgeführten verschiedenen Lehrgängen und Seminaren aufgebaut.

Angebot zur Fortbildung als Baumwart
Durch die erfolgreiche Teilnahme an allen Lehrgangsinhalten werden die Teilnehmer zu „Obstbaumwarten“ ausgebildet. Diese können dann ihre Tätigkeit sowohl beratend als auch praktisch ausführen und als Dienstleistung anbieten z.B. bei Sortenwahl, Anlage und Planung einer Obstwiese, Pflege von Alt- und Jungbäumen usw. Die Qualifikation zum Obstbaumwart, ermöglicht daher auch neue berufliche Perspektiven. Die Lehrgänge werden ab Anfang 2010 als mehrtägige Seminare zum Obstbaumwart durchgeführt. Darüber hinaus ist jeder engagierte Streuobstliebhaber willkommen, der als ehrenamtlicher Ansprechpartner in den Dörfern der Leader Kommunen die Arbeit der künftigen Obstbaumwarte unterstützen möchte. Die Lehrgangsinhalte umfassen neben fachlichen Kenntnissen wie Sortenwahl, Pflege und Planungen auch naturschutzfachliche und -rechtliche Kenntnisse. Im neu geschaffenen Netz von Obstbaumwarten, werden sich kompetente Ansprechpartner vor Ort für Eigentümer und Bewirtschafter von Streuobstwiesen finden.

Kontaktmöglichkeiten:

Tel.: 0173-5169 439 (Ursula Gerke)

oder

per e-mail an die Biologische Station: