Biostation Düren: Biologische Station im Kreis Düren e.V.

Aktuelles

Jahresprogramm für das Jahr 2010

Das Jahresprogramm mit allen Terminen für das Jahr 2010 können Sie hier herunterladen: Veranstaltungen und Termine


Juli 2010

Rostgans – nun auch im Kreis Düren

Rostgans auf Scheunendach Pingsheim
Rostgans auf Scheunendach in Pingsheim (Foto: D. Gottschalk)

Die Rostgans Tadorna ferruginea ist eine sog. Halbgans, denn sie vereinigt Merkmale der Gründelenten mit denen der echten Gänse. Ursprünglich war die Rostgans in den Steppengebieten Asiens und Nordafrikas beheimatet, wo sie offenen Steppen und trockenen Hochgebirgen vorkommt. Inzwischen haben sich nördlich der Alpen in der Schweiz, den Niederlanden und am Niederrhein Vorkommen etabliert, die auf Nachkommen von Gefangenschaftsflüchtlingen zurückgehen.

Rostganspaar mit Jungen in Nörvenich-Pingsheim
Rostganspaar mit Jungen (Foto: D. Gottschalk)

In diesem Jahr gelang nun der erste Nachweis einer erfolgreichen Brut in der Kultursteppe des Kreises Düren: In einer Scheune in Nörvenich-Pingsheim konnte Dieter Gottschalk das Ausfliegen der Jungen fotografieren. Die Brut fand in einem für Schleiereulen angebrachten Nistkasten statt.

Naturschützer beobachten die starke Ausbreitung der Rostgans mit gemischten Gefühlen, denn die Rostgans gilt als außerordentlich aggressiv und ist in der Lage, andere Vogelarten zu verdrängen. Neben anderen Wasservögeln sind besonders auf Nistkästen angewiesene Arten, wie Turmfalke und Schleiereule davon betroffen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Bestände der Halbgans weiter entwickeln werden.

Biologische Station bekommt internationale Unterstützung

Fabienne Ferrerons und Henny Kück, Praktikantinnen der Biostation
Fabienne Ferrerons (l.) und Henny Kück

Henny aus Paraguay und Fabienne aus Frankreich absolvieren ein Praktikum in der Biologischen Station im Kreis Düren. Henny kann deutsch sprechen aber nicht lesen oder schreiben, weil sie nur zu Hause in der Familie deutsch gelernt hat. Fabienne kann noch nicht gut deutsch sprechen aber gut schreiben und lesen, deshalb schreibt sie dem Text.

Fabienne: „Ich heiße Fabienne Ferrerons, bin 21 Jahre alt und studiere deutsch in einer Schule für Fremdsprachen, Übersetzen und internationale Beziehungen. Ich werde 6 Monate in der Biostation arbeiten. Und du?“

Henny: „ Ich heiße Henriete Kück, komme aus Paraguay und bin 19 Jahre alt. Ich absolviere ein Praktikum von 6 Monaten in der Biostation. Ich wollte gerne ein ausländisches Praktikum machen, um etwas anderes kennen zu lernen.“

F: „Ich habe dieses Praktikum gewählt um mehr Kenntnisse im Bereich Ökologie und Naturschutz zu bekommen.“

H: „Ja ich auch! Das wichtiges ist für mich zu lernen was man machen kann im Bereich Umweltschutz, weil ich später etwas über Umweltschutz lernen möchte.“

F: „Ach so! Ich möchte auch meine Sprachkenntnisse verbessern aber wichtiger ist für mich nützlich für die Gemeinschaft zu sein. Könntest du mir vielleicht etwas Spanisch beibringen? Es-tu d’accord (bist du einverstanden)?“

H: Si y muchas gracias por tu ayuda (ja und danke für deine Hilfe)!

Viel spaß!

Fabienne und Henny

Biostation beteiligt sich an Wettbewerbsaufruf Erlebnis.nrw

biberfuss
Der Hinterfuß eines Biber ist handtellergroß

Mit dem Projekt „Mit dem Biber leben“ beteiligt sich die Station an einem NRW-weiten Wettbewerbsverfahren zum Naturerleben. Ziel des Projektes ist, den Menschen in der Region aber auch in den nahe liegenden Großstädten den Biber und seine landschaftsgestaltenden Aktivitäten nahe zu bringen. So ist u.a. gemeinsam mit der Kunstakademie Heimbach ein Malwettbewerb mit Schulkindern aus dem Kreis Düren, aber auch aus Aachen, Köln oder Bonn geplant.

Biologische Stationen in NRW im Koalitionsvertrag berücksichtigt!


Der Koalitionsvertrag 2010 von SPD und Grünen

Wir freuen uns sehr, dass auch die neue Landesregierung die Arbeit der Biologischen Stationen im Land NRW zu schätzen weiß und in ihrem Koalitionsvertrag benennt. So lautet ein für uns wichtiger Absatz im neuen Koalitionsvertrag:

„Das Netz der Biologischen Stationen wird dauerhaft durch Erhöhung der Fördermittel sicher gestellt. Die Biologischen Stationen werden als Antragsteller bei allen für ihre Aufgaben relevanten Förderprogrammen des Landes zugelassen und in ihrem Bestreben, EU-Mittel ins Land NRW zu holen, aktiv unterstützt. Die Tätigkeiten der Biologischen Stationen – auch im Rahmen der Landesfinanzierung – sind weiterhin steuerrechtlich als gemeinnützig anzuerkennen und dem ideellen Bereich zuzuordnen.”

Damit ist eine gute Grundlage für unsere weitere Arbeit geschaffen. Nun steht die konkrete Ausgestaltung hierzu an. Wie und in welchem Rahmen die Eckpunkte konkret umgesetzt werden sollen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Life+ Projekt: Rur und Kall – Lebensräume im Fluss

sohlabsturzkalltal.jpg
Sohlabsturz: Wanderbarrieren im Kalltal sollen abgebaut werden

Ende Juni hat die Biologische Station Düren gemeinsam mit ihrem Partner, der Biologischen Station Aachen, einen LIFE+ Projektantrag an die EU auf den Weg gebracht. Ziel des beantragten Förderprojektes ist die Optimierung von Lebensräumen in den Natura-2000-Gebieten Rur von Heimbach bis Obermaubach sowie Kall und Nebentäler. Hier sollen Maßnahmen in den Auen wie die Verbesserung der Situation von Altarmen und nährstoffreichen Gewässern sowie die ökologische Durchgängigkeit für wandernde Arten umgesetzt werden. Wenn das 5-jährige Projekt genehmigt wird, startet es in 2012.

Juni 2010

12 Obstbaumwarte für den Kreis Düren ausgebildet


Nur gepflegte Obstbäume mit lichter Krone bringen guten Ertrag

Im Rahmen des Leader-Projekts Kompetenznetzwerk Streuobstwiesen sind seit dem Projektstart im Juli 2009 bereits 47 Obstbaumwarte in einem 40stündigen Lehrgang ausgebildet worden, davon 27 im Kreis Euskirchen, 8 in der Städteregion Aachen und 12 im Kreis Düren.
Dieses Projekt knüpft an eine alte Tradition an, denn bis in die 1940er Jahre gab es in jeder Gemeinde einen Obstbaumwart, der für alle Fragen rund um die Streuobstwiese vor Ort ansprechbar war.
Was genau tut ein Obstbaumwart?
Er hilft bei der Auswahl von standorttauglichen Obstsorten, vermittelt Patenschaften von Streuobstwiesen, die der Pflege bedürfen und informiert über Förderprogramme und die sinnvolle Verwertung größerer Obstmengen. Abgerundet wird das Angebot durch die Bestimmung alter Obstsorten.
Auch die Biologische Station Düren ist Anlaufstelle für Fragen dieser Art. Wer Interesse hat, Obstbaumhochstämme regionaler Sorten über uns zu bestellen, der kann sich bis zum 15.10.2010 in der Biostation Düren melden. Darüber hinaus bieten wir auch Umweltbildungsangebote zum Thema Apfelsaftpressen für Kindergärten und Schulklassen an.

Mai 2010

Zukunft für die Eifeler Streuobstwiesen


Blühende Obstbäume - in der Eifel noch kein seltenes Bild

Über 80 Interessierte aus der Region sowie Fachleute aus ganz NRW und darüber hinaus folgten der Einladung des Zentrums für Ländliche Entwicklung (ZeLE) und der Natur- und Umweltschutz-Akademie (NUA), am 12. Mai 2010 auf der Burg Nideggen bei der Tagung “Streuobstwiesen / Zukunft durch Nutzung und Erhaltung” über die Situation in der Eifel zu diskutieren.
Zu Fördermöglichkeiten, Vermarktung und Naturschutz berichteten die von der ZeLE eingeladenen Fachleute. Aktive aus der Region stellten ihre Arbeit dar. Anschließend gab es einen bislang einzigartigen Austausch zwischen Obstwiesenbesitzern und Interessierten über die Zukunft der Streuobstwiesen der Nordeifel. Die Diskussion wurde während einer Obstwiesen-Exkursion in Kreuzau-Boich lebhaft fortgeführt.

Hoffnung für den Wetterfrosch im Kreis Düren

Mit hilfe der Haftscheiben an den Zehen können Laubfrösche auch Bäume erklettern
Seltenheit im Kreisgebiet: Laubfrosch (Foto: A. Schumacher)

Der Laubfrosch gehört zu den seltensten Amphibienarten im Kreisgebiet – nur noch ein Vorkommen des einst im Tiefland weit verbreiteten Bäume erklimmenden Frosches hat überlebt. Doch dieses letzte Vorkommen kämpft trotz intensiver Schutzbemühungen seit etlichen Jahren ums Überleben. Die Biologische Station Düren hat in den vergangenen 10 Jahren zahlreiche Maßnahmen ergriffen, u. A. gefördert vom Förderverein für den Naturschutz im Kreis Düren und das NRW – Projekt „Ein König sucht sein Reich“.

Dennoch hatte der Bestand im Jahr 2009 mit nicht mehr als drei rufenden Männchen nach einigen Hoffnungen weckenden Jahren einen absoluten Tiefststand erreicht – eine für die verantwortlichen Mitarbeiter sehr frustrierende Erfahrung. Um so größer ist nun die Erleichterung in dieser Saison: Zwei Chöre mit zusammen etwa 40 rufenden Männchen konnten Anfang Mai festgestellt werden – niemand hätte noch damit gerechnet. Vermutlich ist dies der Erfolg eines starken Geburtenjahrgangs im Jahr 2007. Da die Laichgewässer aktuell trotz der Trockenheit im April sehr gut Wasser führen, besteht die Hoffnung auf einen sehr starken Jahrgang in 2010. So besteht nun die Hoffnung, dass der Durchbruch geschafft ist.

April 2010

Erneut tote Greifvögel im Kreis Düren

toter Rotmilan mit gebrochenen Füßen
Die Füße des Milans sind durch eine Schlagfalle gebrochen

Heimbach. Eigentlich war die Studentengruppe der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Bonn mit der Biostation Düren unterwegs, um zum Abschluss ihres Geländepraktikums über Gewässeruntersuchungen einen Biberteich näher zu untersuchten, als sie einen grausigen Fund machten: Mitten im Biberteich lag ein toter Rotmilan. Die erste Untersuchung vor Ort zeigte, dass beide Füße des Tieres gebrochen waren. Diese Art der Verletzung kann nur eine Ursache haben, den Fang mit einem Schlageisen. “Die Fundumstände sprechen dafür , dass das Tier illegal gefangen wurde und vermutlich nach Stunden der Qual gestorben ist” sagt Dr. Lutz Dalbeck der Biologischen Station im Kreis Düren. “Anschließend hat der unbekannte Täter das Tier entsorgen wollen und in den Biberteich geworfen.” Da das Fangen und Töten der geschützten Greifvögel ein Straftatbestand ist, hat die Biologische Station die Polizei Düren und die Stabsstelle für Umweltkriminalität des Umweltministeriums eingeschaltet. Das Tier wird nun näher untersucht.

Bereits am Gründonnerstag war im Raum Disternich ein toter Rotmilan tot aufgefunden worden, bei dem der Verdacht besteht, dass er vergiftet worden war. Auch in diesem Fall hat die Polizei eine Strafanzeige aufgenommen.

Große Betroffenheit: Studentengruppe mit totem Milan
Große Betroffenheit: Studentengruppe mit totem Milan

“Das Greifvogeltöten im Kreis Düren geht also weiter, nachdem alle hofften, das nach der Verurteilung eines Jägers aus dem Raum Disternich wegen illegaler Greifvogelverfolgung endlich Ruhe einkehrt.” bedauert Dalbeck. “Inzwischen sind im Kreisgebiet so viele tote Milane gefunden worden, dass man von einem Bermudadreieck für die weltweit gefährdeten Rotmilane sprechen muss”, so Dalbeck weiter.

“Fangeisen, Fallen und Giftköder müssen früher oder später auffallen. Wir rufen dazu auf, derlei Sachen der Biologischen Station oder der Polizei sofort zu melden. Schlagfallen und Giftköder stellen schließlich nicht nur für Greifvögel, sondern auch für Kinder und Haustiere eine große Gefahr dar. Falsche Rücksichtsnahme darf dann keine Rolle spielen.”

Groß war auch die Betroffenheit und das Unverständnis der Studenten, die fragten, wer derart sinnlose und grausame Dinge tut und warum. Fragen, auf die es keine vernünftigen Antworten gibt.

März 2010

Weißstörche bei Vettweiß

Zwei Weißstörche in der Börde bei Vettweiß
Weißstörche in der Feldflur bei Vettweiß

Der Weißstorch, einst fast überall in Deutschland verbreitet, ist schon seit Jahrzehnten als Brutvogel aus der Niederrheinischen Bucht verschwunden. Der Grund ist die starke Nutzungsintensivierung in den für den Ackerbau günstigen Börden. Denn der Weißstorch benötigt große Flächen nicht zu intensiv genutzten Grünlands mit Tümpeln, Bächen und Weihern, die ihm genügen Nahrung (Mäuse, große Insekten, Regenwürmer, Amphibien und Reptilien) bieten. Nachdem der Weißstorch in Europa Jahrzehnte lang immer seltener wurde, haben sich die Bestände in den letzten Jahren etwas stabilisiert. Während der Zugzeiten kann man daher vereinzelt Weißstörche auch im Kreis Düren sehen, so am 24.03. westlich von Vettweiß. Wie lange die Störche bleiben werden, wird sich zeigen müssen.

Über die Meldung von Beobachtung der Weißstörche würden wir uns freuen: info(at)biostation-dueren.de*

*Hinweis: Zum Schutz gegen Spammail wurde das @ durch (at) ersetzt. Vor dem Verschicken muss dies korrigiert werden.

Ein Jahr für mich und die Umwelt

Erster Auftakt in Sachen Obstbaum-Schnitt

Obstblüte
Blühender Apfelbaum

Am Samstag, den 13. März findet der erste von 5 Obstbaum-Schnittkursen statt, der einer von vielen Angeboten rund um die Obstwiese ist. Im Rahmen des 2-jährigen Leader-Projekts „Kompetenznetzwerk Streuobstwiese“ werden allen Interessierten kostenlose Kurse zu Schnitt, Veredlung, Sortenwahl, Pflanzung und Schutz von Obstbäumen sowie Obstbaumwart-Lehrgänge angeboten.

Die Termine hierzu können Sie hier als pdf herunterladen.

Februar 2010

Titelseite der Biberbroschüre der Biologischen

Biberbroschüre wieder erhältlich
Die vorübergehend vergriffene Broschüre zum Biber im Kreis Düren ist ab sofort wieder erhältlich: Bergerhausen, W. & Dalbeck, L. (2009): Mit dem Biber leben an lebendigen Flüssen und Bächen, 3. Auflage, 16 Seiten

Die Broschüre kann gegen einen mit 1,45 € frankierten Rückumschlag (DIN A5) bei der Biologischen Station bestellt oder einfach abgeholt werden.

Zudem kann die Broschüre jetzt als PDF heruntergeladen werden.

Singschwan: arktischer Gast auf dem Staubecken Heimbach, im Hintergrund Zwergtaucher, Tafel- und Stockenten
Singschwan: langezogener Schnabel mit gelber Wurzel

Überraschende Gäste

Der ungewohnt strenge Winter wirkt sich inzwischen spürbar auf die Vogelwelt aus. Eindrucksvoll ist dies bei den Wintergästen zu sehen. Besonders nordische Wildenten und Gänse verbringen den Winter in den Küsten, Tiefländern und großen Seen Mitteleuropas. Im Kreis Düren überwintern beispielsweise an den Staubecken Heimbach und Obermaubach regelmäßig viele Wildenten, an den Seen im Nordkreis zudem etliche Wildgänse. Dieses Jahr gibt es jedoch einige außergewöhnliche Beobachtungen. So halten sich im Nordosten des Kreises seit Wochen immer wieder etwa 6000 bis 8000 Waldsaatgänse auf, eine Art, die sonst weiter nördlich (Südschweden) zu überwintern scheint.

Höckerschwan, der typische Parkschwan
Höckerschwan: Schnabelhöcker und roter Schnabel

Am Staubecken Obermaubach schließlich gibt es aktuell neben ungewöhnlich vielen Stock-, Reiher- und Tafelenten mit der Schellente einen seltenen Gast in größerer Zahl. Besonders zu erwähnen sind jedoch zwei Brandgänse, die eigentlich typisch sind für das Wattenmeer und acht Singschwäne, die im Mittelgebirge nur sehr selten zu sehen sind. Besonders die Singschwäne sind leicht vom Ufer aus zu sehen, die trompetenden Rufe weithin zu hören.


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